Am Ende dieses Beitrags wird man sich die Frage stellen: „Will ich wirklich Urlaub in Ägypten machen?“

Vor vier Jahren kam ein eingeschriebener Brief. Der Adressat, ein 16 Tage alter Junge. Dem Baby wurde vom österreichischen Bundesheer sein Stellungsbefehl zugestellt. Was haben wir nicht alle gelacht.
Nach einem kurzen Telefonat war wieder alles geklärt und dem Kleinen wurde zum Spielen nicht ein Steyr-Gewehr statt einer Rassel gegeben. Dumme Geschichte, gutes Ende.

Aber jetzt kommt die Sprache auf Ägypten, das Land der Pyramiden, des Nils und wo Muslime wie Christen die weibliche Klitoris und Schamlippen als etwas Schmutziges gelten lassen und die meisten Frauen an ihren Genitalien verstümmelt wurden. Und mit „meisten Frauen“ sind 91 Prozent aller Ägypterinnen gemeint, was laut Unicef die weltweit höchste Verstümmelungsrate ist.

Natürlich merken Touristen und Touristinnen sehr wenig bis gar nichts davon, dass diese Form von Gewalt sowie Frauenhandel, Belästigung und gesellschaftliche Ausgrenzung leidiger Alltag von Frauen in Ägypten ist.

Über dieses Thema sollte man noch viel mehr schreiben, aber hier wird ein Punkt gemacht, um eine andere wahrscheinlich verstörende Geschichte über einem kleinen Jungen zu berichten.

Ein ägyptisches Gericht hat einen vierjährigen Jungen zu lebenslanger Haft verurteilt, wegen Taten, die er als Einjähriger begangen haben soll.

In der Abwesenheit des heute vierjährigen Ahmed Mansour Karmi, wurde er wegen vierfachen Mordes, achtfachen Mordversuchs, einem Fall von Immobilien-Vandalismus und anderen Vergehen, z.B. dem Bedrohen von Soldaten und Polizisten, verurteilt. Es soll Kleinkinder geben, die vor ihrem zweiten Geburtstag schon ins Trotzalter kommen, aber ein solches Verhalten erscheint äußerst unrealistisch.

Ahmed war einer von 115 Angeklagten und Mittäter der genannten Straftaten Anfang 2014 gewesen sein sollen. Alle Angeklagten wurden von einem militärischen Gericht in West Kairo zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Hier scheint nicht jeder Angeklagte genau oder gar tatsächlich verhandelt worden zu sein.

Wo manche Kleinkinder noch keinen Kindergartenplatz haben, hat Ahmet mit vier Jahren sogar schon einen eigenen Anwalt. Dieser versucht seit 2012 dem Gericht zu erklären, dass der Junge nur durch ein Versehen auf die Liste der Verdächtigen hat landen können. Aber selbst die Geburtsurkunde, die der Anwalt im September 2012 eingereicht hat, überzeugte den Richter nicht.

„Das beweist, dass der Richter den Fall nicht gelesen hat”, meint der Anwalt.

Ein anderer Anwalt sagte, der Fall zeige, dass „es keine Gerechtigkeit in Ägypten gibt“.

„Die ägyptischen Waagen der Gerechtigkeit sind nicht umkehrbar. Es gibt keine Gerechtigkeit in Ägypten. Keine Begründung. Die Logik hat schon vor einer Weile Selbstmord begangen. Ägypten ist verrückt geworden. Ägypten wird von einer Reihe Verrückter regiert.“

Zur Hintergrundinformation:
Ägypten wird von Abd al-Fattah as-Sisi regiert, der seit einen Militärputsch der letzten (gewählten) Regierung im Jahr 2013 an der Macht ist. Trotz mehrerer Blutbäder in z.B. Kairo oder Gizeh, welches das Militär zu verantworten hat, unterstützt das amerikanische Verteidigungministerum Ägyptens Streitkräfte jährlich mit 1,3 Milliarden Dollar Militärhilfe. Geschätzt 40.000 Anhänger der Opposition sind derzeit im Gefängnis, weil die Machtinhaber hart gegen Freidenker bzw. Widerständler, und anscheinend jene die es werden könnten, vorgehen.

Die Welt bietet viele andere schöne Urlaubsziele…

 

[EXPAND – – Quellen – –]

Stellungsbefehl | http://deine.ws/1LzWrWT
Jerusalem Post | http://deine.ws/1UfvyyA
Weibliche Genitalverstümmelung | http://deine.ws/1LzWxh9
Independent | http://deine.ws/1UfvDlO
Militärhilfe | http://deine.ws/1XFhvSJ

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